Sonntag, 10. Juli 2011

Wie wichtig ist Freundschaft?

Debora Zachariasse [Quelle]
Als ich gelesen hatte, dass es in Flüsterherz vor allem um Freundschaft geht, wollte ich dieses Buch einfach haben. Nachdem ich auch so unendlich viele positive Rezensionen zu diesem Roman gelesen habe, war ich sicher- ich muss es lesen. Gestern habe ich angefangen- ausgelesen und musste es erstmal sacken lassen. So reißt es doch ein tiefes Loch in das sensible Leserherz! Heute möchte ich euch also unbedingt Flüsterherz vorstellen, aber bevor wir dazu kommen, müssen noch einige Worte zur Autorin höchst selbst verloren werden!

Debora Zachariasse, 1961 in Vlissingen geboren, wuchs an der niederländischen See auf. Schon als Kind trug der Wind ihr von dort aus Geschichten zu, die sie nach und nach aufschrieb.
Nachdem sie viele Jahre als Apothekerin gearbeitet hatte, beschloss sie, ihr Hobby zum Beruf zu machen und Schriftstellerin zu werden. Was wäre, wenn...? Wie reagiert jemand auf...? Warum tun Menschen, was sie tun? Das sind Fragen, die Debora Zachariasse beim Schreiben beschäftigen. Doch egal auf wie holperige Pfade sie ihre Figuren lenkt, irgendwo stößt sie mit ihnen immer auf Trost unf Hoffnung. (Quelle: Umschlagtext)
Wer dem niederländischen mächtig sein sollte, kann auch ihre offizielle Homepage besuchen. Ich hab mir jedenfalls die ganzen Bilder angeschaut ^^ ENTER!

[Quelle]





Flüsterherz
Debora Zachariasse
(340 Seiten)
14,95 €
ISBN: 978-3815753019










Inhalt:

Schule, Geigenunterricht, Orchester, Hockey, Hausaufgaben, das ist Annas Alltag. Wie anders das Leben sein kann, erfährt sie erst durch ihre neue Klassenkameradin Tibby. In dem idyllischen Häuschen am Fluss fühlt Anna sich pudelwohl, gerade weil es hier nicht so piekfein ist wie zu Hause, sich die Geschirrstapel türmen dürfen und eine Schar schnurrender Katzen das Haus bevölkert. Gemeinsam erleben die beiden ungleichen Freundinnen dort einen fantastischen Sommer. Doch dann bröckelt die Fassade und Anna muss feststellen, dass Tibby es alles andere als leicht hat. Unter der Last ihrer Sorgen immer bedrückter und launischer, verlangt Tibby ihrer Freundschaft alles ab. Anna bemüht sich darum, Tibby zu helfen, stößt aber immer mehr an ihre Grenzen. Und dann ist da auch noch Easy, in den Anna sich verliebt und mit dem sie immer öfter Zeit verbringt. Wie ernst Tibbys Lage ist, merkt Anna erst, als es fast zu spät ist.(Quelle: Amazon)

Rezension

niederl. Original [Quelle]
Reise in die lichte Welt

Flüsterherz ist ein Buch über Freundschaft. Was darf man in einer Freundschaft, was darf man nicht? Ist man für alles verantwortlich? Wie lange hält sie?
Als Anna Tibby kennen lernt, werden sie schnell zu den besten Freundinnen. Sie sind einander sehr gegensätzlich. Anna, eine Einser-Schülerin wohnt in einer schönen Gegend, alles ist sauber, ihre Eltern sind aus Annas Sicht Spießer. Tibby dagegen wohnt in einem heruntergekommenen Haus mit Eltern die sie mehr oder weniger vernachlässigen, 4 Katzen und einen großen, wunderschönen Garten. Gerade diese Gegensätzlichkeit fasziniert Anna. Sie verbringt immer mehr Zeit mit Tibby, gerät dabei in Streit mit ihren Eltern, weil diese befürchten sie würde schlecht sein für ihre Tochter. Als Tibby immer launischer wird und unberechenbarer, fällt es Anna immer schwerer wirklich an dieser Freundschaft fest zu halten.
Der Roman wird in einer Rückblende erzählt. Es beginnt alles mit einem Dialog zwischen Anna und einem Buch. Sie hat es von Easy, ihrem Freund geschenkt bekommen, um ihre Trauer nieder zu schreiben. Der Leser weiß also von vornherein, dass irgendetwas schief gelaufen sein muss, mit dieser Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Tibby und Anna wird sehr einfühlsam vom quasi ersten Kennenlernen bis zum Schluss beschrieben. Mittendrin kommen dann wieder die "Gespräche" mit dem Buch, in der man immer mehr auf das Ende "vorbereitet" wird. Ich muss gestehen, zunächst dachte ich mir beim Lesen, das es ein ganz solider Roman ist, nicht mehr, nicht weniger. Ich war bei gefühlten 4 Sternen. Aber das Ende des Buches, für mich das überragende der ganzen Geschichte hat mich eiskalt erwischt und zutiefst berührt. Wo ich zu Beginn noch etwas genervt war vom Verhalten von Tibby- das mehr als launisch war und ich sicherlich viel schneller als Anna aufgegeben hätte in diese Freundschaft zu investieren, so fand ich es am Ende doch recht passend und verständlich. Die Sprache der Autorin ist auch einfach wunderschön. Schöne Metaphern, schöne Bilder. Wenn ich den Roman nur in einem einzigen Wort beschreiben müsste, dann wäre wohl "einfühlsam" das richtige Wort. Es ist eine zutiefst bewegende Geschichte, die an die Nieren und an die Tränendrüse geht. Die letzten 30 Seiten habe ich wohl durch geweint. Man kann gar nicht anders als diesen Roman 5 Sterne zu geben. Und das reicht nicht mal. Flüsterherz bekommt einen festen und besonderen Platz in meinem Bücherregal und sollte ich mal Nachwuchs bekommen und dieser in das richtige Alter kommen (Pubertät) dann werde ich ihm dieses Buch als Pflichtlektüre geben. Allein schon, wegen der letzten 2 Seiten. Und der Autorin danke ich für diesen tiefgründigen Roman und das sie es geschafft hat ein so trauriges Thema so gut aufzubereiten. Ich bin mir sicher, das autobiographische Züge mit drin stecken- sonst wäre man nicht in der Lage solch einen Roman zu schreiben. DANKE!

 Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, auch in Hinblick auf die eigenen Kinder. Das Buch klärt auf und könnte dort eine Hilfe sein, wo man selbst nicht weiter weiß- bzw. nicht mal etwas von der Tragödie ahnt. 

Und zum Schluss möchte ich euch noch über Freundschaft befragen. Wie wichtig ist sie euch? Habt ihr lieber viele Freunde? Oder lieber nur ein einzigen, dafür aber jemanden bei dem man sagen kann: das ist meine beste Freundin? 

Kommentare:

  1. Tolle Rezi. Du hast mich richtig gespannt gemacht auf das Buch, klingt nach einer schönen Geschichte.

    Ich finde Freude sehr wichtig. Wenn man mal genug von der Familie hat, sind sie eine super Abwechslung. Ohne Freunde wäre man irgendwie allein.
    Hmm.. Die Frage, ob viele Freunde oder ein einziger besser sind, ist ziemlich schwerig. Ich finde das positive an vielen Freunden ist, dass, wenn einer mal nicht kann, man jemanden anderes einladen kann und wenn einer deiner Freunde dir mal auf die Nerven geht, du immer noch genügend andere hast. Und das positive an einen besten Freund ist, dass man sich immer auf ihn verlassen kann. Dieser dich in und auswendig kennt. Bei mir ist das so, dass ich 2 beste Freunde habe und viele gute Freunde.. Oh, die Antwort wurde etwas zu lang. Sry :).. Lg Diti

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  2. @Diti: :) Das macht doch nichts- so hab ich mir das vorgestellt, das man ein wenig darüber diskutiert. Als erstes: das Buch ist wirklich sehr, sehr schön! Ich empfehle es dir. Zu deiner Antwort- ich finde du hast viele wichtige Punkte angesprochen, die ich ähnlich sehe. :) Wobei ich immer noch zu der Seite tendiere, dass ein einziger und eben zwei beste Freunde das einzig wahre sind. Sie kennen dich, die Freundschaft ist meiner Meinung nach mit wenig einzelnen viel tiefer, als wenn man um die 20 hat. Denn man kann sich nie im Leben regelmäßig mit 20 Leuten treffen! Manchmal hab ich auch das Gefühl, dass mit dem "Begriff Freundschaft" zu leichtfertig umgegangen wird. Siehe die vielen "Freunde" bei facebook. Da wird einfach alles geaddet, was einem über dem Weg läuft..muss nichts schlechtes sein, aber wenn man ehrlich ist, dann beschränkt sich der Begriff "beste/er Freund/in" wirklich nur auf sehr wenige Personen. Ich habe auch eine beste Freundin. Leider sehen wir uns nicht so oft wie ich gerne hätte, aber sie kennt mcih wohl auch wie keine zweite :)

    Und genau das will auch das Buch vermitteln: manchmal will man vorallem seinen Eltern nicht sagen, was einen bewegt, da hilft eine beste Freundin ungemein! :)

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  3. OHAAA... ein Roman über Frauenfreundschaften :-) sollte ich vielleicht mal lesen, dann finde ich eventuell endlich heraus warum Frauen immer zu zweit auf Toilette gehen. ^_^

    Schöne Rezi Ayanea, wie immer sehr lesenswert.

    Liebe Grüße,

    Ralph

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  4. @Ayanea: Du sprichst da echt viel wahres aus. Ich stimme dir wirklich voll und ganz zu. Ich merke, dass auch unter meinen Klassenkameraden in der Schule, dass mit dem Begriff "Freundschaft" viel zu leichfertig umgegangen wird. Natürlich kann man jemanden neues kennenlernen, doch man muss ihn nicht direkt als neuen besten Freund taufen. Eine Freundschaft muss entstehen durch Erlebnisse und Erfahrungen, die man gemeinsam macht. Nicht umsonst gibt es noch andere Bezeichnungen wie "Kollege/Kollegin" oder "Bekannte/Bekannter".. Lg Diti

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  5. @Ayanea:
    Freundschaft ist für viele Menschen sehr wichtig, aber man muss auch sagen dass jeder etwas anderes darunter versteht.
    Ich selbst hatte früher sehr viele Freunde, habe aber nach einer Weile gemerkt dass es nur Freunde waren im Bereich "Lass uns feiern, du bezahlts?" und keine "Du ich zieh um hilfst du mir Kisten tragen"-Freunde.
    Ich habe mich dann ziemlich schnell von ihnen distanziert und kann heute wirklich bewusst sagen: Das ist mein freund und das ist mein Bekannter.
    Mein Schatz zum Beispiel bezeichnet selbst seine Kollegen als Freunde, nur, weil er einmal mit ihnen was trinken und im Kino war. Nicht zu vergessen seine gefühlten 200 Facebook-Freunde.
    Ich habe einen wirklich echten freund, der für mich da ist, wenn es mir schlecht geht, der sich mit mir freut, wenn etwas tolles passiert und der mich aber auch dann in ruhe lässt, wenn ich nicht reden will.
    Wahre Freunde sind für mich die Menschen, die einem verzeihen, wenn man einen Fehler macht und die zu einem stehen, selbst wenn die anderen es nicht tun.
    Ich denke es ist wichtig Freunde zu haben, selbst wenn es nur einer ist.

    Eine wirklich schöne Rezension, ich werde mir das Buch bei Gelegenheit auch mal unter den Nagel reißen.

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