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Sonntag, 4. März 2012

Ein Buch welches mich begeistern konnte...

Morgan Callan Rogers (Q)
Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch und lest und lest und obwohl es relativ viele Seiten hat, seid ihr am Ende regelrecht traurig das es schon vorbei ist? So hättet ihr doch Tagelang in der Geschichte versinken können? So etwas hat man nicht oft. Es ereilt einen, wenn man es zudem nicht erwartet. So ein Erlebnis hatte ich nun mit dem Roman von Morgan Callan Rogers Roman "Rubinrotes Herz, Eisblaue See". Sicherlich hatte ich im Vorfeld schon viele positive Rezensionen dazu gelesen, aber man bleibt ja dennoch immer etwas skeptisch- ich zumindest. Aber genug der Vorrede, kommen wir gleich zur Rezension.

Morgan Callan Rogers, Jahrgang 1952, geboren und aufgewachsen im US-Bundesstaat Maine, umgeben von Stränden, Schiffswerften und Fischerdörfern, hat ihr Herz an diese Gegend verloren und lebt noch heute in der Hafenstadt Portland. Sie studierte Anglistik und veröffentlichte mehrere Essays und Erzählungen. Rubinrotes Herz, eisblaue See ist ihr erster Roman.






Rubinrotes Herz, Eisblaue See
Morgan Callan Rogers
(432 Seiten)
19,90 € (HC)
ISBN: 978-3-86648-131-2
Internetseite zum Buch







Inhalt:

Ein Fischerdorf in Maine in den sechziger Jahren. Hier lebt die junge Florine geborgen bei ihren Eltern und Großeltern – bis ihre geliebte Mutter Carlie von einem Tag auf den anderen verschwindet. Auf einmal ist für Florine nichts mehr wie vorher, alle Nachforschungen führen ins Nichts, und die Frage, ob Carlie tot ist oder freiwillig ihr Zuhause verließ, wird Florine in den nächsten Jahren nicht mehr loslassen. Dass das Leben um sie herum weitergeht, empfindet sie als Zumutung: Ihr Vater nähert sich seiner Jugendliebe wieder an, ihre Großmutter altert zusehends, und ihr bester Freund interessiert sich nur noch für seine neue Freundin. Anrührend und schlagfertig erzählt Florine vom Erwachsenwerden und davon, was es heißt, sich selbst treu zu bleiben.  

Rezension

Unglaublich, fesselnd und schön

Was konnte mich dieses Buch begeistern! Ich habe es gestern ausgelesen und war traurig, dass es schon zu Ende war, so hätte ich doch ewig weiter lesen können- wohl eins der besten Zeichen, das man soeben ein phantastisches Buch verschlungen hat.

Handlungsort ist ein kleines Fischerdörfchen in Maine. Florine wächst dort auf. Sie hat alles was sie braucht. Einen lieben Vater, der sich das Geld mit Hummerfischen verdient, eine fürsorgliche Mutter und viele Freunde. Aber eines Tages verschwindet ihre Mutter spurlos und hinterlässt eine am Boden zerstörte Florine. Als alle nach und nach wieder zur Tagesordnung übergehen und ihre Mutter immer noch nicht auftaucht, bricht für Florine eine Welt zusammen. Denn vergessen kann sie sie nicht.

Dies ist ein zutiefst bewegender Roman, der dabei zuweilen recht nüchtern beschrieben wurde. Wir begleiten Florine mehrere Jahre lang und sind stiller Beobachter ihres Erwachsenwerdens. Man könnte also auch sagen, dass dieser Roman ein Roman über das Erwachsenwerden ist, mit all seinen Höhen und Tiefen. Die Hauptfigur der Florine, ist dabei sehr plastisch dargestellt und ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren.
Aber auch Nebencharaktere wie ihr Vater, ihre Freunde, ihre Großmutter, die ihr in all den Jahren eine Stütze ist, sind unglaublich lebensnah geschildert.
engl. Buchcover


Als sich der Vater wieder eine neue Frau nimmt, dreht Florine durch. Sie kann nicht begreifen, wie ihr Vater scheinbar ihre Mutter vergessen konnte und verachtet die neue Ehefrau. Natürlich schlägt man sich sofort auf die Seite von Florine, doch nach und nach stellt man fest, dass auch Stella (die neue Frau) ihre lieben und tragischen Seiten hat. Das hat mir an diesem Buch wohl am meisten gefallen: hier ist nicht alles schwarz und weiß, man muss sich schon die Mühe machen und alle Facetten in einem Menschen zusehen.

Dieser Roman hatte einfach alles, was mein Leserherz begeistern konnte: Liebe, Tragik, Freundschaft, ein Geheimnis (so fragt man sich doch bis zu Ende, was mit der Mutter von Florine überhaupt passiert ist?) und vieles mehr. Ich habe dieses Buch in nur zwei Tagen gelesen und lechze nach mehr von dieser Autorin. Wirklich ein einfühlsamer, unglaublich schöner Roman über das Heranreifen einer kleinen Persönlichkeit. 5 fette Sterne.
 Nach dieser Lektüre bin ich erstmal in ein mentales Bücherloch gefallen! Was danach lesen? Was kann diese Stimmung erreichen? Und wer weiß...gibt es schon Pläne für ein weiteres Buch dieser Autorin? Fragen über Fragen...

Montag, 27. Februar 2012

Ein Buchjuwel? Habe ich das gleiche Buch gelesen?

Katie Arnold-Ratliff (Q)
Kennt ihr das? Ein Klappentext und die Beschreibungen hören sich einfach phantastisch an. Es wird von einem poetischen Meisterwerk gesprochen, einem Buchjuwel. Genau das Richtige für mich, dachte ich mir und bewarb mich bei der Leserunde zu "Was uns bleibt" von Katie Arnold-Ratliff. Umso größer war die Freude, als ich die Benachrichtigung erhielt, ich dürfte mit dabei sein. Als das Buch dann endlich kam, habe ich es auch sofort aufgeschlagen und fing an zu lesen. Und da fingen sie an, die Leide der jungen Ayanea ;) Aber bevor wir zur Rezension kommen, folgt wie gehabt das Autorenprofil.

Katie Arnold-Ratliff, geboren 1982 in Sacramento, Kalifornien, erhielt ihren Master of Fine Arts am Sarah Lawrence College im Westchester Country, New York. Sie ist Redaktionsmitglied von O, the Ophrah Magazine und lebt in New York City. Was uns bleibt ist ihr Romandebüt.







Was uns bleibt
Katie Arnold-Ratliff
(336 Seiten)
19,90 €
ISBN: 978-3866481589




Inhalt:

Der Strandausflug, den der junge Lehrer Francis Mason zusammen mit seinen Zweitklässlern unternimmt, endet mit einer schockierenden Entdeckung: In einer Bucht finden die Schüler die Leiche einer Frau, die sich von der Golden Gate Bridge gestürzt hat. Die traumatisierten Kinder brauchen Francis' ganze Aufmerksamkeit - genau wie zu Hause seine schwangere Frau -, doch statt sich um das Naheliegende zu kümmern, verstrickt sich Francis in einer schrecklichen Vorstellung: In der Frau am Strand glaubt er Nora erkannt zu haben, die vor zwei Jahren aus seinem Leben verschwand, gerade als zwischen ihnen endlich alles gut zu werden schien. Mit unerwarteter Wucht holt ihn die Vergangenheit wieder ein, und Francis weiß, dass er sich ihr stellen muss - denn sie birgt eine Geschichte zwischenmenschlicher Unzulänglichkeiten und uneingestandener Gefühle, vor allem aber die Geschichte der ersten, der großen - der einzigen?

Rezension

Was mir bleibt- ein Gefühl von Unverständnis

Dieses Buch wurde im Vorfeld auf dem Klappentext in den höchsten Tönen gelobt- ein Buchjuwel sollte es sein. Voll wunderschöner Sprache und die Garantie, dass es über seine Zeilen hinaus zum Nachdenken anregt. Ganz klarer Fall: ich wollte es lesen. Also machte ich mich auf in die Geschichte, bei der eine Schulklasse und sein junger Lehrer bei einem Strandausflug eine tote Frauenleiche entdecken. Natürlich stellt diese Tatsache das Leben der Schüler und des Lehrers aus dem Kopf und er soll ihnen helfen darüber hinweg zu kommen.

Klingt dabei alles doch recht einfühlsam, oder? Dachte ich auch und der Einstieg des ersten Kapitels fand ich außerordentlich gelungen. Man war sofort in der Geschichte und der nüchternen Erzählweise der Autorin, der mitunter auch der ein oder andere kunstvolle Satz gelang. Dass die wörtliche Rede hier etwas anders umgesetzt wurde, als in anderen Büchern, fällt zwar auf, ist aber in Ordnung.

Meine Probleme mit dem Buch fußt einzig allein auf der absolut unsympathischen, nicht zu ertragenden Hauptfigur, des jungen Lehrers. So scheint er am Anfang gerade noch als Vorzeigelehrer und lieber Kinderfreund zu gelten, merkt der Leser schnell, dass dieser Mann mit seinem Leben nicht zurechtkommt. Er zerbricht zusehends an der Vergangenheit.
Die Geschichte wird nämlich mit elend langen Rückblenden aus seiner Jugendzeit erzählt, die in sich noch mal Rückblenden aufweisen. Ein schnelles, entspanntes Lesen stellt sich daher auf keiner Seite ein- man muss vielmehr am Ball bleiben, um alles zu verstehen.

Der Lehrer- Frank hat eine schwangere Frau- Greta, der er aber mehr zu verachten, denn zu lieben scheint. Obwohl die Frau ein Kind erwartet, hat man nicht auch nur eine Sekunde das Gefühl Frank würde sich darüber freuen. Er denkt vielmehr an seine Jugendliebe Nora. Mit ihr wollte er um alles in der Welt zusammen sein. Mit ihr sein Leben verbringen. Doch bei dem kleinsten Anzeichen von gegenseitiger Zuneigung, erniedrigt er sie verbal. Klar, macht doch jeder so, oder? Ich konnte an Frank nicht eine gute Eigenschaft finden, die mich sein Verhalten verstehen lies. Er ist ein Lügner, ein Betrüger, er behandelt seine Mitmenschen einfach nur fies und unmenschlich und zerbricht an seiner Vergangenheit und seiner Liebe zu Nora.

Eine richtige Handlung gab es daher in dem Buch nicht. Die Leiche spielt eine untergeordnete Rolle- sie hätte nicht mal erwähnt werden müssen, um den Leser auf die vielen Rückblenden "einzustimmen".

Vielleicht habe ich das Buch auch einfach nur nicht verstanden. Möglicherweise sieht der ein oder andere wirklich ein Juwel darin, ich wurde leider zusehends frustrierter von einem Menschen, dem ich nach diesem Buch nichts Gutes wünschen kann. Daher nur 2 Sterne. Wirklich schade...
 Habt ihr ähnliche enttäuschende Erlebnisse zu verzeichen? Ein hochgerühmtes Buch, wo ihr nur müde und frustriert mit den Achseln zucken konntet?