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Donnerstag, 10. Mai 2012

[bloggdeinbuch] Küssen ist reinste Poesie

www.bloggdeinbuch.de
Nachdem ich recht viele positive Rezensionen zu "Natalie küsst" von David Foenkinos gelesen habe, hatte ich mich umso mehr gefreut, als ich es über bloggdeinbuch gewinnen und lesen durfte. Der Klappentext lobte dann auch aus verschiedenen Quellen den Roman in die höchsten Sphären. Nun, leider gestaltete sich für mich das doch recht poetisch verfasste Buch nicht zu einem solchen Lesegenuss wie ich es eigentlich erwartet hatte...







Natalie küsst
(239 Seiten)
16,95 €
ISBN: 978-3-406-63547-2







Inhalt:

Nathalie und François sind ein Paar wie aus dem Märchenbuch, mit Feingefühl und Geschmack. Doch eines Tages kommt François nicht vom Joggen zurück, eine Blumenhändlerin überfährt ihn. Die schöne Nathalie muss fortan allein durchs Leben gehen, sich der Neugier der Kollegen und der Avancen ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitsbesessen über der Akte 114 brütet, erwehren. Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während in der Firma die Gerüchteküche brodelt und Charles zu brutalen Maßnahmen greift, begeben sich Nathalie und Markus auf die Flucht in den Garten der Großmutter, zurück zu den Ursprüngen von Kindheit und der gemeinsamen Lieblingssüßigkeit PEZ – und lassen sich von der Liebe überraschen.

Rezension

Natalie küsst und verwirrt auf poetischen Niveau

Natalie küsst ist ein Roman der etwas anderen Art. Von vielen hoch um jubelt, wird die Geschichte dahinter sogar verfilmt. Hauptakteurin ist Natalie, eine Frau die aus heiterem Himmel ihrem Mann verliebt und in eine Lebenskrise stürzt. Nachdem sie nach einer Auszeit zurück auf Arbeit ist, muss sie sich gegen die Avancen ihres Chefs wehren und verdreht aus heiterem Himmel den Kopf von Markus und ihren eigenen, in dem sie ihn aus einer Spontanreaktion heraus küsst.
dt. Buchcover

Das außergewöhnlichste an diesem Buch ist wohl der Schreibstil des Autors. Mitunter grenzen die Sätze an reinste Poesie und man muss mehrmals inne halten, um sich die Sätze mehrmals durch zu lesen. Dabei geht keineswegs der Sinn verloren- mir hat dieser Schreibstil sehr gut gefallen. Mitunter werden die Abschnitte durch Songtexte, Wikipediaartikel, Sätze oder Zitate aus anderen Romanen untermauert. Auch das fand ich sehr gelungen, so passte es doch stimmig in die Grundstimmung des Buches.

Dennoch hatte ich in dem Roman meine Schwierigkeiten mit den Hauptpersonen. Natalie ist sehr widersprüchlich. Sie ist so widersprüchlich das sie sich des Öfteren im Buch über sich selbst wundert. Man weiß als Leser nie woran man bei ihr ist, was als nächstes kommt. Das mag einerseits für Spannung sorgen, andererseits verhindert es, dass man sich als Leser mit der Hauptfigur identifizieren kann. So liest man von dieser Person und bleibt dabei total emotionslos, was bei einem Liebesroman meiner Meinung nach nicht der Fall sein sollte.
Auch ihr Gegenpart Markus wirkt sehr surreal. Er scheint wirklich hässlich und unscheinbar zu sein, hat das Herz aber auf dem rechten Fleck. Er weint ungeheuerlich viel und jeder, auch der Leser fragt sich, was Natalie nun an Markus finden mag. Auch er streut mitunter komische Sätze ein, die beim Leser nicht mehr als ein Stirnrunzeln hinterlassen.
Natalie küsst Markus....

Alle diese Punkte ließen mich letzten Endes, obwohl ich zwischen 3 und 4 Sternen hin und her gerissen war, doch zu 3 Sternen tendieren. Der ein oder andere wird sicherlich dieses Buch lieben, ich konnte zeitweilen damit leider nicht viel anfangen. Mein Fazit daher: Man kann es mal lesen, muss es aber nicht wirklich. Zumindest sollte man nicht das erwarten, was die Klappentexte so anpreisen- das kann nach hinten losgehen.
 Ich bin ja mal sehr gespannt wie der Roman im Film umgesetzt wird. Vielleicht schaue ich ihn mir irgendwann mal an. Er erscheint zwar im April im Kino, aber ich glaube kaum, das mich die Geschichte ins Kino reißen kann- weiß einer von euch, ob er ihn sehen möchte?


Freitag, 6. April 2012

[bloggdeinbuch] Wie das Universum funktioniert

www.bloggdeinbuch.de
Als ich bei bloggdeinbuch zum ersten Mal von dem Buch "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bullough las, war für mich als Naturwissenschaftlerin klar: das muss ich lesen. Ich liebe Dokus über das Universum, oder Bücher über Naturwissenschaften. Dieses Buch schien also ganz klar mein Fall zu sein und somit war ich überaus erfreut, als ich die Nachricht bekam: ich darf es lesen. Leider war ich nun im Nachhinein nicht ganz so begeistert, so hatte ich doch irgendwie etwas anderes erwartet, aber lest selbst.

Tom Bullough (Q)
Tom Bullough, geboren 1975 in Wales, studierte am Royal Holloway College der University of London, hat in einem Sägewerk, als Creative-Writing-Tutor, als Musik-Promoter in Simbabwe und als T-Shirt-Händler gearbeitet und ist Journalist und Schriftsteller.
Er hat bislang die Romane „A“ (2002) und „The Claude Glass“ (2007) veröffentlicht. „Die Mechanik des Himmels“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Wer noch mehr über den Autor erfahren möchte, sollte unbedingt auf seine offizielle Homepage vorbei schauen! Das Home-Bild ist irgendwie genial, was man da zu sehen bekommt. ENTER!







Die Mechanik des Himmels 
Tom Bullough
(227 Seiten)
18,95 €
ISBN: 9783406629983 






Inhalt:

Im Winter 1867 erkrankt der kleine Kostja Ziolkowski an Scharlach, muss isoliert werden, überlebt im Krankenhaus, ist aber fortan fast taub. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie aus Rjasan entwickelt ein großes Interesse an Geschwindigkeit und Technik, an den Sternen und dem Weltraum, bastelt sich selbst ein Hörgerät und erweist sich als überaus begabt. Seine Familie schickt ihn zum Studium nach Moskau, die Entbehrungen sind groß. Doch nichts scheint Konstantin, der sich als visionäres Genie entpuppt, aufhalten zu können.
Auf einer realen Figur basierend, Konstantin Ziolkowski, dem Vater der russischen Raumfahrt, erzählt Tom Bullough die bewegende Geschichte eines Jungen und jungen Mannes, der seiner Liebe und Neigung folgt, allen Widrigkeiten trotzt und mit seinen Einsichten in visionärer Weise seiner Zeit voraus ist. Ein poetischer, atmosphärisch dicht geschriebener Roman über große Träume und große Ideen.

Rezension

 Lebensweg des "Erfinder" der Raumfahrt

Ich gebe zu, von "Die Mechanik des Himmels" hatte ich mir doch etwas mehr erhofft. Wir begleiten in dem Buch Kostja Ziolkowski durch mehrere Etappen seines Lebens. Es ist der Sohn einer verarmten Adelsfamilie, erkrankt an Scharlach und ist nach überstandener Krankheit schwer hörig. Aber schon in jungen Jahren erfindet er Dinge, wie das Höhrrohr. Er begeistert sich für Mathematik und besonders die Sterne und das Weltraum haben es ihm angetan.

Tom Bullough hat es geschafft einen unheimlich dichten, atmosphärischen Roman zu schreiben, der mitunter mit richtig schönen Satzkonstruktionen aufweisen kann. Dennoch hat er nicht immer den Spagat zwischen eindrucksvollen Schreiben und einer packenden Geschichte geschafft. Viel zu oft, fühlte ich mich gelangweilt vom Geschehen und somit natürlich vom Buch.
engl. Buchcover

Die Kapitel umfassen immer einen Monat in einem Jahr und in den 4 größeren Abschnitten vergehen immer mehrere Jahre ins Land. Die Figuren an sich wirkten mir mitunter eindeutig zu flach. Ich weiß bis jetzt noch nicht so recht wie Kostja aussieht. Nur sein Erfindungsdrang und seine Überlegungen zur Raumfahrt sind mir im Gedächtnis geblieben. Seine Eltern, seine Ehefrau die im Roman vorkommen sind eher nettes Beiwerk.

Alles in allem kam mir zudem die "Mechanik des Himmels" viel zu kurz. Ich hätte mir viel mehr solcher Überlegungen, wie sie erst im letzten Drittel des Buches geschrieben wurden gewünscht. So bekommt man zunächst als Leser eher ein Gefühl für das frühe, ärmliche Russland. Was zwar auch dem einen oder anderen sehr interessant erscheinen mag, nur derjenige der sich das Buch zulegt, um wirklich mehr über die Mechanik oder des Erfinders zu lesen, der wird hier etwas enttäuscht.

Ich gebe zu, ich war bei gefühlten 2 Sternen. Aber gerade die letzten 10 Seiten fand ich wieder so packend und irgendwie stimmig, dass ich mit dem gesamten Buch wieder versöhnt wurde und doch noch solide 3 Sterne geben kann. Ich hätte mir gern eine Fortsetzung dieser 10 Seiten gewünscht.

An dieser Stelle muss ich nochmal erwähnen, wie gut mir das deutsche Cover gefällt! Eindeutig ist dort drauf Konstantin zu sehen und ich finde die Umsetzung mit dem Höhrrohr einfach genial. Wirkt besser als das engl. Buchcover. 
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