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Mittwoch, 22. Juni 2011

O´Romeo, O`Romeo

Anne Fortier [Quelle]
Vor nicht allzu langer Zeit sollte ich eine Forschungsarbeit betreuen. Meine Studentin, auf die ich ein Auge haben sollte und ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen sollte, war ebenso Bücher verliebt wie ich. Nachdem auch klar war, dass wir einen sehr ähnlichen Lesegeschmack haben, hörte ich auf ihre Empfehlung und besorgte mir den Roman "Julia" von Anne Fortier. Quasi zeitgleich haben wir ihn gelesen und waren beide hin und weg. Aber bevor ich wie üblich zur Rezension komme, möchte ich ein paar wenige Worte zur Autorin schreiben. 


Die Autorin Anne Fortier wurde in Dänemark geboren und wuchs dort und in Italien auf. Sie promovierte über Ideengeschichte an der Universität von Århus und ging anschließend mit ihrem Mann, den sie in Oxford kennen lernte, in die USA. Dort lehrte sie an verschiedenen Universitäten und war auch Co-Produzentin von Dokumentationen. Die Dokumentation Fire and Ice: The Winter War of Finland and Russia wurde sogar mit einem Emmy ausgezeichnet.
Für ihren Roman Juliet (dt. Julia), zu dem sie von ihrer Mutter inspiriert wurde, forschte sie lange in den Archiven und Museen in Siena. Auch ihr Interesse an Shakespeare war eine Inspirationsquelle. Die Filmrechte an der Geschichte wurden inzwischen von Universal Pictures gekauft.
Anne Fortier ist derzeit Leiterin des Film- und Fiction-Programms eines wissenschaftlichen Instituts in Washington D.C. (Quelle: Histocouch)


Solltest du noch mehr über die Autorin erfahren wollen, dann lohnt sich auch ein Besuch auf ihrer offiziellen Homepage (ENTER) und folgendes Interview mit der Autorin über ihren Roman "Julia" ist auch lesenswert. ENTER!

[Quelle]












Julia
Anne Fortier
(640 Seiten)
9,99 €
ISBN: 978-3596185566




Inhalt:


Ein altes Buch lockt die junge Amerikanerin Julia nach Italien: Es ist die längst vergessene erste Fassung der Romeo-und-Julia-Geschichte und handelt von den verfeindeten Familien Tolomei und Salimbeni in Siena. Völlig überrascht stößt Julia auch auf die Warnung ihrer verstorbenen Mutter: Bis heute liege ein Fluch auf den Familien - und damit auch auf ihr. Denn ihr wahrer Name ist Giulietta Tolomei... Auf der Suche nach ihrem Erbe spürt Julia, dass sie beobachtet und verfolgt wird. Wird der Fluch der Vergangenheit auch ihr zum Schicksal? (Quelle: Amazon)


Rezension


engl. Cover [Quelle]
Hommage an Romeo und Julia

Julia ist wirklich ein zauberhaftes Buch. Es ist über 600 Seiten mächtig, ich habe es aber dennoch in nur 2 Tagen gelesen, so sehr hat es mich gefesselt. Die Hauptperson ist Julia, die herausfindet, dass sie von der italienischen Familie stammt, bei der sich einst die Tragödie um Romeo und Julia ereignet hat. Sie reist nach Italien um auf den Spuren des Weltklassikers zu wandeln und um das Grab der zwei Liebenden zu entdecken. Dabei wird im Wechsel die neuzeitige Geschichte um Julia in Italien und die alte Geschichte (die ursprüngliche Geschichte) aus Siena um 1340 erzählt. Es ist demnach ein halb historischer Roman, halb ein zeitgenössischer Frauenroman. Gerade dies macht den Reiz der Geschichte aus. Die Figuren sind alle sehr gut beschrieben. Das Ende konnte mich richtig überraschen und die Entwicklung, die dieser Roman nimmt, hätte ich so nie vermutet. Es ist daher die reinste Lesefreude. Bei diesem Roman ist einfach alles dabei: Liebe, Intrigen, Mord und Totschlag. Was mich mitunter ein kleinwenig gestört hat war, die allseits gepriesene Leidenschaft, die ich nicht so recht finden konnte. Manche Kapitel, die im alten Sienna spielten, fand ich mitunter etwas zäh, aber immer noch lesenswert. Eigentlich hätte ich mich für 4,5 Sterne entschieden, runde aber zugunsten des Buches auf. Denn ich finde es äußerst gut recherchiert, ich konnte noch so einiges dazu lernen und die Idee hinter diesem Roman war einfach toll. Ich empfehle es daher jeden, die gerne Romane mit den besonderen Etwas lesen. Ich bin gespannt auf weitere Romane der Autorin, die mich durchaus auch mit ihrem Schreibstil mehr als fesseln konnte.



Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob die Autorin ein weiteres Buch von diesem Format zustande bringt. Die Messlatte hat sie mit Julia recht hoch gelegt. Bisher konnte ich zumindest noch nichts finden, wo berichtet wird, dass sie schon an einem weiteren Buch schreibt. Ihr vielleicht?

Freitag, 20. Mai 2011

Liebes Tagebuch.....

Cecilia Ahern [Quelle]
Ich habe es mal wieder getan. Ich habe zu einem Cecilia Ahern Buch gegriffen! Nachdem ich ihre bisherigen Bücher eher mau fand und sie nie über 4 Sterne bei mir hinaus kam, hat sie mich mit ihrem neuesten Roman "Ich schreib dir morgen wieder" absolut überzeugt! Ein Autorenprofil gibt es an dieser Stelle nicht, da ich mich nicht ständig wiederholen möchte, aber wenn ihr unbedingt näheres zu ihr erfahren wollt, dann schaut euch einfach einen älteren Beitrag von mir an (Klick).

[Quelle]







Ich schreib dir morgen wieder
Cecilia Ahern
(368 Seiten)
16,95 €
ISBN: 978-3810501455





 

Inhalt:
 
Tamara hat immer nur im Hier und Jetzt gelebt - und nie einen Gedanken an morgen verschwendet. Bis sie ein Tagebuch findet, in dem ihre Zukunft schon aufgezeichnet ist ... Eine verzaubernde Geschichte darüber, wie das Morgen unsere Gegenwart verändern kann - der neue wunderbare Roman der jungen irischen Weltbestsellerautorin.
Nach dem Selbstmord ihres Vaters muss die junge Tamara aus ihrem Dubliner Glamour-Leben zu einfachen Verwandten aufs Land ziehen. Ihre Mutter ist vor Trauer über den Tod ihres Mannes kaum ansprechbar, und fernab ihrer Freunde fühlt sich Tamara völlig alleingelassen. Das einzig Interessante an dem abgelegenen Ort, an dem sie jetzt leben muss, scheint die ausgebrannte Ruine des alten Kilsaney-Schlosses. Doch dann entdeckt Tamara ein geheimnisvolles Buch: ein Tagebuch, in dem ihr eigenes Leben aufgeschrieben ist - und zwar immer schon der nächste Tag! Es führt Tamara zu den verborgenen Geheimnissen ihrer Familie und hilft ihr, den Weg zu Liebe und Zukunft zu finden. 

Rezension
Bücher suchen sich seine Leser selbst aus

Dies war endlich mal ein Cecilia Ahern Buch was mich richtig begeistern konnte. Es geht darin um die 16 jährige Tamara, die eine sehr schwere Zeit durch macht. Ihr Vater hat sich umgebracht, ihre Mutter hat Depressionen und sie muss zu ihrer Tante in ein Kaff ziehen, fernab der Zivilisation. Eines Tages findet sie jedoch ein Tagebuch, das ihr die Zukunft verrät, jeweils einen Tag im Voraus. Wer den Klappentext liest, könnte eventuell etwas ganz anderes erwarten, so setzt die Geschichte rund um das Tagebuch relativ spät ein (Seite 120). Frau Ahern nutzt eher die Zeit dem Leser die Situation und die Gefühlswelt der jungen Tamara offen zu legen. Für mich war das einfach herrlich. Was ich in ihren anderen Büchern immer bemängelt hatte: plump, keine gute Charakterstudie, Oberflächlickeit, konnte ich hier nicht finden. Im Gegentail, ich war überrascht wie gut sie die Lebensumstände und inneren Konflikte von Tamara rüber bringen konnte, ich hatte fast das Gefühl. dass Frau Ahern selbst soetwas erlebt hat, denn wie kann man sonst so emotionial und detailiert darüber schreiben? Was vielen langatmig und langweilig erscheint, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist sicherlich kein leichtes Buch (dafür sind die Probleme von Tamara einfach zu komlplex). Die Sprache von der Autorin war sehr bildhaft und passend zur Stimmung. Die Nebencharaktere wirklich interessant. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr hat mich das Buch gefesselt und das Familiengeheimnis was sich erst auf den allerletzten Seiten erschließt (also nicht vorlesen!). Dieses Buch ist einfach wunderschön, tiefgründig, wartet mit einer unglaublich schönen Sprache aus und hat die Quintessenz das sich jedes Buch seine Leser selbst aussucht. Nun vielleicht wurde ich von "Ich schreib dir morgen wieder" erwählt und wusste es zu schätzen. 5 Sterne!


Wie ihr also seht, war ich total begeistert. Und nachdem ich meinen jetztigen Thriller beendet habe, werde ich mich ihrem Buch "Zeit deines Lebens" widmen :) Aber der Inhalt des Buches bringt mich zu einer weiteren Frage, habt ihr mal Tagebuch geschrieben? Ich gebe es zu, als ich noch jung und unschuldig war, habe ich es immer öfters versucht ein Tagebuch zu schreiben, war dem aber nach wenigen Tagen immer sehr überdrüssig. Es kam dann für mich sogar einer Strafe gleich sich jetzt hin zusetzen, um wenige Zeilen ins Tagebuch zu schreiben. Habe es dann also immer schnell wieder sein lassen. Heute wenn ich zurück blicke und lese was da drin steht, dann finde ich das ganz schön zu lesen, was mich damals bewegt hat. Habt ihr sowas auch? Ein altes, verstaubtes Tagebuch? Oder schreibt ihr heute sogar noch etwas?
Meine Mutti führt ein Tagebuch seit vielen Jahren und wenn ich sie daheim besuche, dann kann sie mir exakt sagen, was ich an diesem Tag vor 5 Jahren gemacht habe. Das ist wirklich schön, aber mit sehr viel Arbeitsaufwand verbunden.