Dienstag, 19. April 2011

Vampire sells......

Wie einige von euch sicherlich wissen und man auch unschwer an den bisherigen gelesenen Büchern von mir sehen kann, weiß ich ein gutes Fantasybuch doch zu schätzen. Gerne lese ich auch Vampirgeschichten. Habe natürlich auch die ganzen 4 Romane der Biss-Reihe gelesen, aber spätestens seit dieser Reihe nehmen die Vampirgeschichten überhand. Ein wahrer Hype ist losgebrochen und an jeder Straßenecke sehe ich Plakate wo hübscher Er eine holde Sie in die Schulter beißt. Das geht sogar schon so weit, das heutzutage Bücher geschrieben werden und sofort Verlage gefunden werden die das Buch drucken. Völlig egal eben dieses Buch gut ist und ob es sich überhaupt um Vampire handelt. Ich erinnere an dieser Stelle gerne an die "Dark Academy"-Bücher die so beworben werden, das der potentielle Leser im Glauben gelassen wird, es mit einem Vampirroman zu tun zu haben (das es sich dann aber beim Lesen herausstellt das es sich eben nicht um Vampire, sondern um ganz andere "Kreaturen" handelt, verblüfft und ärgert den Leser). Ein weiteres ganz schlechtes Buch ist "Verrückt nach einer Vampirin" in der die Autorin eventuell ein Krimiroman oder einen erotischen Roman schreiben wollte, aber sich dachte, das ein Vampir in der Geschichte sicherlich auch gut ankommen wird. Raus kam dann ein wirklich quälend langweiliger Roman der mich zur Verzweiflung trieb *klick* ! Ein weiteres Beispiel war der dicke Klopper von Tanja Heitmann "Morgenrot"..! Da wurde auch auf dem Klappentext die Frage aufgeworfen, ob man einen Vampir lieben kann. Die Rezension zu diesem Buch möchte ich euch nicht vorenthalten, denn manchmal tut es einfach gut sich den Frust von der Seele zu schreiben:






Morgenrot
Tanja Heitmann
(496 Seiten)
8,95 €
ISBN: 9783453532809









 
Inhalt:

Als die junge Studentin Lea in der Villa ihres Professors auf Adam trifft, ist sie vom ersten Augenblick an gebannt. Adam ist unwirklich schön, schweigsam – und er hat ein tödliches Geheimnis: Er ist von einem Dämon besessen, der ihn dazu zwingt, Lea auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch mit aller Macht kämpft er dagegen an. Denn er liebt Lea. Eine Liebe, in der ein einziger Kuss alles verändern kann.

Rezension

Kann man einen Vampir lieben....

...heißt es auf dem Klappentext und man ist neugierig auf dieses Buch. Was einen dann aber erwartet, hat absolut nichts, rein gar nichts mit eben diesen gemeinsam. Es wird im Buch nicht einmal erwähnt, das es sich bei dem schönen Adam um einen Vampir handeln soll, als viel mehr um einen Dämon. Soweit so gut dachte ich mir, stört mich nicht. Lese auch über Dämonen. Aber wer denkt das er eine mystische Liebesgeschichte über Adam und der jungen, menschlichen Lea liest, wie es eben auch beworben wurde, der wird bitterlich enttäuscht. Die Figuren wirken dermaßen oberflächlich, das man nicht in einer einzigen Zeile das Gefühl hat, man würde mit ihnen leiden. Wenn man dann liest, das Lea um ihr Leben kämpft, denkt man eher: gib doch bitte auf. Auch wenn Lea: von ihrer Beziehung zu Adam denkt, ist man versucht zu denken: welche Beziehung? Hab ich was überlesen? Zudem verwirrt die Autorin mitunter durch schlecht handarbeitlich umgesetzte Zeitsprünge. Dann sind von den einem Kapitel zum nächsten eben mal flux 10 Jahre ins Land gezogen und man bekommt dies mitgeteilt, weil sie auf einmal eine Freundin und eine Katze hat. Zudem fehlte mir eine große Rahmenhandlung. Der Spannungsbogung fehlte in Gänze. Man liest dieses Buch wie eine Anzeige über ein neues Nasenspray in der Apothekenrundschau.
Aber ich möchte nicht nur schlechtes über dieses Buch berichten, denn die Sprache in der der Roman geschrieben wurde, lässt auf großes Talent schließen. Mit vielen Metaphern und wirklich schönen Satzkonstruktionen werden mitunter banalste Begebenheit mit wahrlicher Anmut geschildert. Leider verblasst darüber hinaus die Geschichte. Ich kann nun nicht sagen, ob es generell am Genre liegt und die Autorin sollte sich vielleicht ein anderes suchen, oder ob sie einfach nicht in der Lage ist Romane zu schreiben, sondern sich viel lieber Gedichten zu wenden sollte. Deswegen gibt es von mir "noch" 2 Sterne für den Roman. Denn eine grottenhafte Story, mit langweiligen Charakteren, denen man nicht eine Sekunde lang ihr Handeln abnimmt, wurde eben in einer wunderschönen Sprache geschildert.
Am Ende stellte ich mir erneut die Frage: Kann man einen Vampir/ (Dämon) lieben? und meine Antwort lautet leider:
diesen garantiert nicht. 

Ich lege euch demnach wirklich ans Herz euch das Geld für diesen Schund zu sparen. Aber wie seht ihr das mit dem ganzen Vampir-Hype? Findet ihr das gut? Wollt ihr mehr davon lesen? Oder seid ihr der Meinung das es langsam mal reicht und ein neues fantastisches Vorbild gefunden werden muss? 

Kommentare:

  1. Ich fand "Morgenrot" von Tanja Heitmann sogar noch schlechter als du. Aber nicht alle ihrer Bücher sind so... Es ist so ein hin und her, denke ich. Ihre Novelle "Sirenenlied" fand ich recht gut =)

    Zu deiner Frage: Ich mag Vampire als Figuren, aber dieser Hype geht mir total auf den Geist. Ich denke aber, dass der noch ein Weilchen anhält (auch wenn Dystopien ihnen grade starke Konkurrenz machen!). Hoffentlich kommt mal wieder was vernünftiges auf den Markt, wenn der Anschwung vorbei ist! Es ist ja auch nicht alles Mist... :)

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  2. Ich muß ehrlich gestehen, bis auf die Bis(s) Reihe habe ich seitdem kein anderes Vampir-Buch angefasst (außer momentan Dracula-Die Wiederkehr, aber das ist doch ein bisschen was anderes..).
    Die Bis(s) Reihe habe ich nur deshalb gehört/gelesen, weil ich wissen wollte womit mich meine eine Kollegin denn da die ganze Zeit zutextet.
    Im Prinzip bin ich diesem Genre überhaupt nicht abgeneigt, kann aber den Hype um Twilight nicht nachvollziehen (ich fand nur Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl richtig gut). Und bei sämtlichen Büchern, die ich mir danach zu dem Thema angesehen habe, ließ der Klappentext darauf schließen, dass es sich wieder einmal um einen Vampir handelt, der einen Menschen um den Finger wickelt. Deshalb wirkte alles für mich wie ein Abklatsch von Twilight (wobei die Beziehung Bella/Edward nun wirklich auch nicht neu war) und hat mir keine Lust auf mehr gemacht.
    Ich warte mal das Ende des Hypes ab und gucke ob dann die etwas andere Vampir-Geschichte kommt^^
    Lg^^

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  3. Eigentlich mochte ich Vampire schon immer. Buffy gehörte nicht umsonst zu meinen Lieblingsserien. Vampirromane hingegen haben mich eigentlich nie wirklich interessiert.
    Ich besitze außer der Biss-Reihe, nur noch eine andere Trilogie in der Vampire eine Art Hauptrolle einnehmen, ach und Dracula. Dem ganzen Hype um Twilight wär ich beinahe sogar entkommen, wenn nicht alle (!!!) meine Freundinnen so davon geschwärmt hätten und ich dann bei einem Mädchenabend "gezwungen" war mir den ersten Film doch anzusehen. Tja letztlich hab ich die Bücher dann doch gekauft... und mittlerweile weiß ich nicht mehr warum. Okay der erste Teil war gut, aber dann...
    Und ansonsten hab ich vllt noch ein oder 2 Bücher in denen ein Vampir eine Nebenrolle hat.
    An den Regalen mit den ganzen Vampirromanen bin ich eigentlich immer vorbeigelaufen ohne sie wirklich zu beachten.
    Allein schon die Cover waren ein Grund dafür.

    Ich wäre froh, wenn der Vampirhype endlich abflauen würde. Auch wenns ohne ihn wohl nie Vampire Diaries gegeben hätte (hab ich schon gesagt das ich Vampirserien mag???) und das wäre doch sehr schade.
    Aber dafür einen neuen Hype??? Muss wirklich nicht sein. Wobei man ja schon sagen kann, dass es derzeit einen Dystopien-Hype gibt, nachdem die Tribute ja so erfolgreich waren.
    Ich denke mir halt, richtig gute und durchdachte Geschichten schaffen es auch ohne Hype auf den Markt und sie entstehen auch ohne.
    Huch jetzt hab ich doch recht viel geschrieben, entschuldige ;)

    Liebe Grüße
    DreamCatcher

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  4. Ich finde Vampirbücher schon einige Jahre interessant... Seit ca 4 Jahre, da war ich 14.
    Natürlich habe ich auch die Bis(s) Reihe gelesen und nebenher einige wenige andere Vampirbücher, konnte den Hype aber nie nachvollziehen.
    Auch jetzt, viel später, nicht. Ich lese weiterhin Vampirbücher, aber hautpächlich vom LYX Verlag, weil mir 99% der anderen Vampirbücher nur mäßig zusagen.

    Vampire Diaries halte ich übrigens für den größten Vampir-Müll den es je gegeben hat. Besonders die Fernsehserie. Die Bücher sind langweilig genug- und die Serie extremst verändert. Schrecklich!

    Ich wünschte der Hype würde endlich aufhören. Mich nerven diese 10.000 Kinder, die mit mir über Vampirbücher reden wollen und mir immer sofort erzählen "Jaaa ich kenn ja auch Bis(s)!" und mehr nicht. Schön. Ich hasse Bis(s) und nervige Mädchen.

    Diese ganzen Hypes kann ich nicht verstehen. Man sollte immer nur das lesen, was man mag. Und eigentlich gibt es ja immer um irgendetwas einen Hype.

    Morgenrot fande ich übrigens gar nicht soooooo schlecht. Klar, es ist kein Vampirroman aber irgendwie. Naja es ging. Obwohl ich deiner Bewertung irgendwie doch zustimmen muss ;) Was mich gerade selber überrascht, da ich dir eigentlich schreiben wollte, das ich anders denke. Tue ich jedoch scheinbar doch nicht.

    Liebe Grüße,
    Nadine

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  5. Oh das sind ja schon viele schöne Antworten :) Und keine Sorgen: zu viel schreiben kann man gar nicht. Ich stelle fest, das ihr es also anscheinend ähnlich seht wie ich. Das so ein Hype extrem nerven kann..wieviele Jahre geht er denn schon? Es sind gefühlte 20 ;) Was ich aber bei so einem Hype auch sehr schlimm finde, das man in fast jeder Rezension von Büchern dann Vergleiche zu anderen Büchern findet. Das finde ich immer sehr schade, so wird doch das jeweilige Buch für sich besprochen und ich mag es nciht wenn man z.b nur nach einem zweiten Biss-Buch sucht und dann enttäuscht ist, wenn der Roman ganz anders ist...

    Und was den Hype erst recht schlimm macht, ist das Marketing der Verlage..wenn eben Leser die gerne was über Vampire lesen gelockt werden, und dann taucht das Wort "Vampir" im gesamten Buch nicht einmal auf? Das nennt sich doch schon fast arglistige Täuschung und ist strafbar, oder?

    Zu den Tributen von Panem- ok die Bücher fand ich auch große klasse und bin gespannt auf die Filme..aber sooo neu ist das ja auch nicht. Kennt ihr den Film Battle Royale? Da wurde gleich eine ganze jap. Klasse dazu gezwungen sich gegenseitig abzuschlachten.

    Aber ich freue mich echt über die vielen Meinungen :)

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  6. Man könnte bei der Sache mit den Dystopien sogar noch weiter zurück gehn. Fakt ist aber das kaum einer bspw. das von dir angesprochene Battle Royale kennt (damit hab ich die Tribute erlich gesagt anfangs auch verglichen..) und wenn doch, kennen die meisten nur die Filme.
    Seit die Tribute jedoch so erfolgreich sind, gibt es immer mehr - vor allem Jugendbücher - die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Das war bei Battle Royale nicht der fall und in meinem Freundeskreis wurde der Film eher als eine Art Horrorfilm abgetan, also nur zur "allgemeinen Belustigung" angesehen, da er mMn fast nur von seiner Brutalität lebt und dabei die eigentliche Aussage schlicht und ergreifend untergeht.

    Aber zurück zum Thema bzw. deiner vorletzten Frage: Das die Verlage falsche Erwartungen in einem wecken, nur um ein Buch zu vermarkten finde ich auch schrecklich. Ich glaube aber, dass sich die Verlage da wohl in einem Graubereich bewegen, ansonsten kann ich nicht verstehen warum sie so etwas tun.

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  7. Man muss mit kühlem Kopf auswählen und Leseproben nutzen, bevor man sich mit Vampirromanen zuschüttet. Einige sind wirklich gut (z.B. Sookie Stackhouse-Reihe).
    Ich lese gerne mal Fantasy, dabei guck ich nicht so auf das Wesen, welches drin vor kommt (ob Vampir, Werwolf, Elfe, etc. ist mir egal) oder wie es beworben wird.
    Ich finde das Eintauchen in eine phantastische Welt ist das spannende am Genre. LG :)

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  8. Loooooooooool.... mich hauts bei dieser Rezension einfach vor Lachen vom Stuhl. Auf deinem Blog sind mir tatsächlich schlechte Bücher viel lieber als gute. *g* Auch mal was besonderes.

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Paradiesische Sprechblasen