Sonntag, 20. Februar 2011

Rezension zu "Alles Glück kommt nie"

Die Autorin Anna Gavalda
Dieses Buch von Anna Gavalda wurde mir von verschiedenen Leuten empfohlen und ich griff gleich zu, als ich es in der Bibliothek meines Vertrauens im Regal der Bestseller vorfand.

Da dies mein erster Roman von der französischen Autorin und Journalistin ist, folgt zunächst ein kurzes Autorenprofil:

Anna Gavalda wuchs mit drei Geschwistern auf dem Land auf. Sie studierte in Paris Literatur und wurde 1999 mit ihrem Erzählungsband Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet berühmt. 
Nach dem durchschlagenden Erfolg dieser 1999 erschienenen Erzählungs-sammlung, für die sie im Jahr 2000 den Grand Prix RTL-Lire erhielt, hängte die zweifache Mutter ihre Anstellung als Französischlehrerin in einer Privatschule an den Nagel. Anna Gavalda lebt heute mit ihren beiden Kindern im  Department Seine-et-Marne in Melun bei Paris. Sie schreibt auch für das Magazin Elle.
Ihr erster Roman Ich habe sie geliebt hat einen autobiographischen Bezug: Chloé, zusammen mit ihren beiden Kindern von ihrem Mann verlassen, verbringt einige Tage mit ihrem Schwiegervater in seinem Landhaus. Dieser versucht, sie zu trösten, indem er ihr von einer eigenen, lange vergangenen Liebesbeziehung erzählt. Dieser Roman wurde 2009 verfilmt.
In Frankreich wurde ihr zweiter Roman, Zusammen ist man weniger allein ein Bestseller. Er beschreibt das Zusammenleben von vier – völlig unterschiedlichen – Personen in einem Appartement. 
Am 11. März 2008 erschien ihr dritter Roman La consolante bei „Le Dilettante“. Der Roman war sofort an erster Stelle der Bestsellerliste von Amazon France. Kürzlich schrieb Gavalda auf Initiative des französischen Buchclubs France Loisirs gemeinsam mit Nutzern am weltweit offenbar ersten  Facebook-Roman. (Quelle Wikipedia).

 



Alles Glück kommt nie
Anna Gavalda 
(604 Seiten)
24,90 € 
ISBN 978-3-4462-3057-6









Inhalt: 

“Die Tröstende” (franz.: La Consolante)- das wäre wohl der bessere Titel gewesen. Denn in Galvanas Buch geht es, was den Plot betrifft, äußerst eher einfach zu. Held ist der 46-jährige Pariser Architekt Charles, der vor lauter Arbeit fast zu leben vergisst. In die Midlife-Crisis gekommen, wird Charles aus der Bahn geworfen, als er die Nachricht vom Tod einer gewissen Anouk erhält. Da er einmal in die weitaus ältere Frau verliebt gewesen ist, sucht Charles nach Spuren der faszinierenden Frau. Was er findet, ist die Spur von Anouks Sohn Alexis, der einmal sein bester Freund gewesen ist. Und er macht Bekanntschaft mit Kate, der Immigrantin, die ihm nicht nur ihre Vergangenheit offenbart, sondern ihm auch zeigt, was wahre Liebe - und wahres Glück - bedeuten kann…

Rezension:
 
Von Schmetterlingen bedeckt, steht der tote Baum in voller Blüte

Mit diesem Buch habe ich mich recht schwer getan. Es geht darin um einen erfolgreichen Architekten in mittleren Jahren der nicht so recht glücklich ist mit seinem Leben. Seine Ehe ist fade, er arbeitet zu viel und dann erreicht ihm auch noch ein Brief eines verkrachten Jugendfreundes mit den Worten: "Anouk ist tot" und für Charles Balanda bricht eine Welt zusammen. In den ersten 300 Seiten wird also erzählt wie Balanda leidet, es werden immer wieder verwirrende kurze Abschnitte aus der Vergangenheit eingestreut und man kommt nach und nach dahinter, was in Charles Leben schief läuft.
Gerade im ersten Teil des Buches ist die Schreibweise der Autorin einfach nur grauenhaft. Mitunter werden nicht mal richtige Sätze geschrieben, sondern nur abgehackte Wortfragmente. Die Geschichte bereitet einige Mühe zu verfolgen. Erst ab ungefähr der Hälfte des Buches, indem der Hauptprotagonist mit seinem alten Leben bricht und sich darauf besinnt, einfach nur zu leben, verändert sich das Buch und damit die Schreibweise um 180° und bereitet den Leser viel Freude. In Sternen ausgedrückt bedeutet dies wohl, für den ersten Teil 1 Stern und für den zweiten 5 Sterne. Ergibt also im Endeffekt 3 Sterne für "Alles Glück kommt nie". Ich finde es eigentlich richtig schade, das man sich bei einem Buch erst soviele Seiten lang durch quälen muss, um dann zum wirklich wichtigen Kern vorzudringen, aus dem man dann aber viele Lebensweisheiten ziehen kann. Mich wundert es nicht, das dieses Buch viele Leser abbrechen, was ich an sich sehr schade finde, so wird man doch eigentlich durch sein Durchhaltevermögen wirklich belohnt. Aber vielleicht soll das auch den Knackpunkt dieses Buches ja ausmachen. Das der Weg zum Glück nicht einfach ist und wenn man standhaft ist, wird man mit wirklich kunstvollen Sätzen und einer schönen, nicht kitschigen Liebesgeschichte belohnt. Mein Rat daher an alle: durchhalten!

1 Kommentar:

  1. Ich habe nicht durchgehalten und nach 100 Seiten aufgegeben.

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