Freitag, 1. Juni 2012

So ein schei*****

Lange ist es her, das ich von einem Buch, nachdem ich es durch gelesen habe, so gefrustet bin. Das Thema "Trilogie" und ob diese immer so sinnvoll sind hatten wir ja schon in diversen Blogs besprochen, aber was in "Smalltown Girls" verzapft wurde, schlägt dem Fass den Boden aus (meiner Meinung nach). Hier hat der Trilogie-Auftakt nicht mal eine Handlung (was sonst normalerweise üblich ist) und man hat das Gefühl das hier ein ursprünglich komplettes Buch nach einem langen Prolog einfach abgebrochen wurde. Andererseits gibt es zu diesem Buch auch wieder sehr viele positive Rezensionen, so dass ich mich fragen muss, ist das anderen denn gar nicht aufgefallen? Bin ich zu kritisch? Aber hier nun meine Impressionen zum 250 Seiten langen Prolog rund um die Smalltown Girls.



 


Smalltown Girls
(256 Seiten)
14,95 €
ISBN: 978-3-407-81106-6







Inhalt:

Charlie, Lu und Sunshine leben in einer öden Kleinstadt und gehen Freitagabend in die Bierbörse. Das war`s dann auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Wäre da nicht die mysteriöse Vision, die die Mädchen währeind eines Gewitters überfällt. Diese Vision besagt in aller Klarheit, dass sie alle sterben werden.

Rezension

Kein Roman, vielmehr ein langer Prolog

Smalltown Girls ist eines jener Bücher, von denen ich mich als Leser richtig verar** fühle. Laut Klappentext sollte uns eine Geschichte rund um Freundinnen aus einer Kleinstadt präsentiert werden, die durch eine mysteriöse Prophezeiung den eigenen Tod vorher gesagt bekommen.

Klingt spannend- denkt man sich und fängt an zu lesen. Schnell wird klar: man befindet sich wirklich in einer Kleinstadt aber die erwähnten 3 Freundinnen sind viel mehr zwei und dann etwas später ein drittes Mädel, was eher fremd ist und dem Leser auch fremd bleibt. Die Charakterentwicklung ist dermaßen fad und befasst sich eigentlich nur mit der Hauptfigur Charlie. So wie ich das verstanden habe, soll Smalltown Girls eine Trilogie werden und jeder der drei Bände befasst sich nun mit der Sicht eines dieser drei Mädchen. Der erste Teil dreht sich also primär um Charlie. Ihr Handeln wirkt mir zuweilen arg konstruiert, ebenso wie ihre Wortwahl. Ich hasse es wenn Autorinnen bemüht jugendlich schreiben wollen. Es gibt keine Steigerungsform von "okay"! Selbst Jugendliche wissen das. (hoff ich).

Wenn man nun denkt es würde sich alles um diese drei Freundinnen und um diese mysteriöse Prophezeiung handeln, der irrt sich ungemein. Die drei "Freundinnen" gehen recht merkwürdig und fies miteinander um. Da ist jeder jeden böse und unsagbar nach tragend, um im nächsten Moment wieder das Unschuldslamm vom Lande zu spielen. Die Prophezeiung, die recht stimmig eingeführt wurde, verblasst auch sehr schnell unter der banalen Handlung der ersten großen Liebe von Charlie zu Linus. Sie wird nur sporadisch erwähnt, alle drehen sich im gesamten Buch nur im Kreis und die Handlung (kann man das in diesem Fall so nennen?) tritt auf der Stelle.

Nachdem ich das Buch doch recht zügig durch gelesen habe (wirklich keine große Prosa, der Text ist sehr einfach gehalten, um eventuell den jüngeren Leser zu gefallen) bleibt ein fader, ja bitterer Nachgeschmack zurück. Ich fühle mich regelrecht verar** wie oben bereits erwähnt. Selbst wenn ich weiß, dass ich nur den Auftakt einer Trilogie lese, erwarte ich für den ersten Teil eine gute Einführung aller (!!!!) Charaktere, ein stimmiges Umgebungsszenario und zum Teil eine HANDLUNG. Diese muss nicht bis ins Kleinste erklärt oder zum Ende gebracht werden, aber wenn so viele Fragen aufgeworfen werden, sollte zumindest eine Frage beantwortet werden, aus der sich eventuelle eine andere für den zweiten Teil ergibt. Nicht so in Smalltown Girls. Der Leser wird angefüttert und dann 250 Seiten gelangweilt. Ich vergaß den letzten Satz: Hier endet der erste Teil! Wie nun…fragt man sich? Ich finde es einfach unverschämt so eine halb ausgegorene Geschichte, die einem langen Prolog eher ähnelt als denn einem richtigen Buch für sage und schreibe 14,95€ auf dem Markt zu hauen! Ihr wisst schon dass es größtenteils Jugendliche lesen, die sehr genau überlegen müssen, wofür sie ihr erspartes hinblättern? Ich denke mir alle drei Teile von Smalltown Girls könnte 1(!) gutes Buch ergeben- aber nicht dieser Auftakt, der geradezu danach schreit: lasst uns Geld verdienen!!!!!

So was ärgert mich und ich kann daher diesen Prolog nicht weiter empfehlen.
Im November diesen Jahres erscheint dann quasi "Der Tragödie zweiter Part" und es geht auf munteren 272 Seiten rund um die Mädchen und eventuell der Auflösung der Prophezeiung weiter. Ich werde definitiv nicht weiter lesen- ganz ehrlich, das ist mir für den Preis zu teuer. Ein Buchcover des zweiten Teils gibt es auch schon:
Lest ihr weiter? Habt ihr den ersten Teil überhaupt gelesen? War ich mal wieder zu kritisch?

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch zwar nicht gelesen, aber deine Rezension ist toll. :)

    LG, Yvonne

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    1. XD Merkt man sehr, das ich gefrustet war? :)

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  2. Ich habe das Buch nicht gelesen und werde es wohl auch nicht tun (war nicht geplant, nach dieser Rezi noch viel weniger). Daher kann ich das Buch natürlich auch nicht beurteilen. Sollte ich es lesen, würde ich nun aber ständig deine Kritikpunkte im Kopf haben und sie vergleichen! Schade wenn ein Buch solch eine Enttäuschung wird.

    LG Anni

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    1. Ja, ich stelle mir dann immer einen Jugendlichen vor, der echt nicht viel Geld hat, in den Laden rennt sich für doch viel Geld (15€) sowas kauft und dann nicht mal ne abgerundete Story bekommt- Trilogie hin oder her! 15 Euro für einen Prolog zu bezahlen, ist ganz schön happig!

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  3. Hallo,
    ich habe es noch nicht gelesen - steht auch nicht unbedingt auf meiner Wunschliste. Manche Bücher sollten vielleicht lieber als dickere Einzelbände veröffentlicht werden. Trilogien oder generell Mehrteiler sind halt irgendwie modern, da springt der ein oder andere möglicherweise noch gern auf.

    Sieht dann wohl jeder anders. Ich persönlich habe mich zum Beispiel bei der Edelsteintrilogie ähnlich verschaukelt gefühlt, da das meiner Meinung nach auch nur eine Einzelband wäre, der mit möglichst großer Schrift und ordentlichem Zeilenabstand auf drei große Hardcover breitgeklopft wurde. Die meisten anderen lieben diese Reihe. Da gehen Meinungen halt oft auseinander.
    Gruß

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    1. Mir gefiel die Edelsteintrilogie auch sehr, aber ich kann dich total verstehen. Ich glaube in irgendeiner Rezi von mir zu der Trilogie habe ich auch geschrieben, das man die drei Bände auch locker in eines bekommen hat. Ihc mag es so gar nicht, wenn man richtig raus lesen kann, das man hier mit dem Buch nur Geld verdienen möchte. Schlimm!!! Und diese großen Buchstaben, dickes Papier ist heutzutage in Jugendbüchern ja fast schon gang und gebe (auch bei Smalltown Girls..im Endeffekt sind das gefühlte 100 Seiten). Hauptsache man kriegt das Buch fetter, damit es nach mehr aussieht. Lächerlich.

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  4. Ich habe das Buch noch vor mir, und irgendwie ist mir jetzt die Lust dran vergangen. Wird erstmal nach gaaanz weit hinten auf der Leseliste verbannt. :-D
    Deine Rezi war sehr unterhaltsam, hat mir gefallen. :-)
    LG, Isabel

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    1. Hi Isabel, wobei mich jetzt deine Meinung schon brennend interessieren würde, ob du es uach so empfindest! Nun muss ich wohl länger auf deine Rezi warten?! :D Und meine Rezi- ich glaube man merkt meinen Frust ^^.

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  5. Ich werde dieses Buch definitiv NICHT lesen. Ich hatte es auch schon vorher nicht vor .. also bin ich auf deine Rezension nur aufgrund des davor gesetzten Textes gestoßen. Und zwar habe ich letztes Jahr auch einen großen Prolog-Misserfolg gehabt. Nicht der Prolog war schlecht, sondern die Tatsache, dass der Roman von circa 400 Seiten eine einzige Overtüre war. Nicht nur meiner Meinung nach, sondern direkt nach Aussage des Autors! Er hätte unter Zeitdruck vonseiten des Verlages gestanden und musste die Arbeit nun beenden, um wenigstens irgendwas zu publizieren. So einfach macht man aus einer Geschichte mal eben zwei. Und wenn die "Overtüre" dann noch aus der Relexion und Wiederholung eines anderen Abentewuers besteht, wird man sauer.
    Die Rede ist von "Das Labyrinth der träumenden Bücher" von Walter Moers, wenngleich auch wieder mal brilliant geschrieben.
    Ich kann dich also verstehen.

    LG Jimmy

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    1. Hi Jimmy, ich wusste sofort das du vom Labyrinth der träumenden Bücher spricht. Das hatte mein Verlobter zu Weihnachten geschenkt bekommen (großer Mörs Fan) und hat mir gleich danach genau dasselbe berichtet! Ich finde sowas auch ganz, ganz, ganz schlimm. Ich frag mich nur immer was sich der Verlag davon verspricht- meine langfristig. Ich werde mir nun 3x überlegen ob ich jemals wieder etwas von dem Pseudonym Josephine Mint lesen möchte- eher nicht, so abgeschreckt bin ich. Und das kann es schließlich auch nicht sein, oder?

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  6. Also deine 1 Sterne Rezis machen alleine schon wegen des verärgerten Sterne am Ende Spass. So niedlich! Ok, irgendwie macht das jetzt neugierig. Mir würde es bei einem verlängerten Prolog aber wohl ähnlich gehen. Also irgendwo sollte es schon enden. Zumindest so, dass man als Leser viele Fragen beantwortet bekommt und nicht komplett in der Luft hängen bleibt. Über den Preis lässt sich dann wirklich nicht streiten. Dafür schon stolz und teuer. Tolle Rezi!

    LG Reni

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  7. Danke! Du sprichst bzw. schreibst genau das auf, was ich beim Lesen dachte! So eine Verarschung!Und dafür waren 3 Autorinnen nötig? Gut, dass sich das Buch bzw. die Reihe so gar nicht durchgesetzt hat. Ehrlich.
    LG
    Marie

    PS: Hier mal mein Kommentar zum Buch:

    http://booksmybaby.blogspot.de/2012/03/statistik-das-habe-ich-im-februar-2012.html

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Paradiesische Sprechblasen