Dienstag, 11. Dezember 2012

[R] Die Prophezeiung der Seraphim von Mascha Vassena

Ein Roman der im alten Frankreich spielt und sich mit Engeln beschäftigt. Klingt ausgezeichnet, dachte ich mir und las die Prophezeiung der Seraphim. Leider mochten mir die Hauptcharaktere nicht so recht gefallen, weswegen gleich der gesamte Romanplot darunter leiden musste...






Die Prophezeiung der Seraphim 
Mascha Vassena
(416 Seiten)
14,99 €
ISBN:978-3453267497

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Inhalt:

Paris im Jahr 1789: Frankreich schwebt in höchster Gefahr. Der König ist schwach, und Hunger und Unzufriedenheit treiben das Volk auf die Straßen. Doch hinter der Revolution steckt noch etwas viel Gefährlicheres: Erzengel Cal, der Anführer der Seraphim, plant, mithilfe Ludwigs XVI. die Menschen zu unterjochen. Cal aber hat nicht mit der temperamentvollen Julie und ihrem Zwillingsbruder Ruben gerechnet. Als seine verschollen geglaubten Kinder sind sie die Einzigen, die ihn aufhalten können. Die Jagd auf die ungleichen Geschwister beginnt …(Q)

Rezension

Engelgeschichte im Historiengewand

Eigentlich war ich richtig neugierig auf die Prophezeiung der Seraphim. Auf ein Heldengeschwisterpaar, der großen Liebe und ja, den Engeln. Zu meiner Freude sollte sich die gesamte Geschichte im alten Frankreich zu der Zeit von Ludwig den XVI. abspielen, denn ich mag es wenn Jugendbücher mal etwas anders sind und wie in diesem Fall als historischer Fantasyroman daher kommt.
Leider wurde ich dann zusehends genervter mit fortlaufender Handlung.

Julie wird 15 und muss ausgerechnet an ihrem Geburtstag erfahren, dass ihre Welt komplett aus den Fugen gerät. Sie erfährt, dass sie ein Adoptivkind ist, einen Zwillingsbruder hat und obendrein auch noch eine Seraphim ist. Eine Prophezeiung besagt, dass nur sie den bösen Engel Cal aufhalten kann, der die Menschheit unterjochen möchte.
Als dieser seine Schergen auf Julie und ihren Bruder Ruben hetzt, fliehen diese zusammen mit dem Grafensohn Nicolas, der noch eine offene Rechnung mit seiner verhassten Mutter hat und mit Julies Jugend- und Kinderfreund Fédéric.
Sie reisen nach Mont-Saint-Michel wo sie auf Cal zu treffen hoffen und somit die Prophezeiung erfüllen wollen.

Ja und wirklich mehr passiert in diesem Roman auch nicht. Über die gesamte Länge des Romanplot sind nun diese "Helden" auf dem Weg, auf der Flucht und müssen dabei diverse Gefahren hinter sich bringen. Mehrmals dachte ich mir: laaaaangweilig. Ich hatte nicht einmal das Gefühl unbedingt wissen zu wollen wie es weiter geht, noch verspürte ich auch nur den Hauch einer Spannung. Woran liegt das? Habe ich mich ein ums andere Mal gefragt und kam nach Beendigung des Romans zu der Erkenntnis, dass dies den für mich nervigen Charakteren geschuldet ist.

Die Hauptfigur Julie, die die Fäden in der Hand hält und ihre Männer anführt konnte ich absolut nicht leiden. Das ist eigentlich immer der Todesstoß für ein Buch, wenn mir seine Hauptfigur so unsympathisch ist. Julie besaß mir nicht genug Mitgefühl, wusste irgendwie immer alles besser und alle mussten nach ihrer Pfeife tanzen. Entscheiden zwischen Nicolas und Fédéric kann sie sich auch nicht. Wo ist die versprochene große Liebe, fragte ich mich mehrmals. Finden konnte ich sie nirgends. Da wurde mal der eine toll gefunden, im nächsten Atemzug fand man dann den anderen doch nicht mehr so attraktiv und am Ende wusste sie wahrscheinlich selbst nicht mehr ein noch aus. Was bei anderen Romanen mitunter glänzend aufgeht, hinterließ hier irgendwie einen faden Beigeschmack und nervte nur noch.

Ruben, der Zwillingsbruder fällt von einem Fettnäpfchen ins nächste und zieht damit mehrfach den Unmut seiner Schwester auf sich und ärgerte dabei nicht nur sie. Dabei wünscht sich Ruben doch nichts sehnlicher als Anerkennung zu finden. Wen wundert es da, das er sich zur dunklen Seite der Macht hingezogen fühlte?!
Nicolas und Fédéric blieben für mich auch viel zu blass. Eigentlich gab es keinen Charakter mit dem ich mich identifizieren konnte, oder den ich nur in Ansätzen sympathisch fand. Doch halt! Ich mochte Songe, die Wächterkatze. Aber die hat leider zu wenig Redeanteil im Roman.

Ich wurde das Gefühl nicht los einfach noch einen unausgereiften Roman vor mir zu haben. Mitunter fragte ich mich, ob ich was überlesen hatte, weil einige Details nicht genannt wurden, aber nach Nachlesen war klar, das dem nicht so war. So fragte man sich mitunter: wo ist nun die eine Person wieder hin? Was war mit ihr passiert? Oder da starb einer und Julie verschwendet keine große Zeit um ihm hinterher zu trauern. Absolut unrealistisch, unausgegoren.

Auch das historische Gewand kam mir viel zu kurz. Bis auf ein paar kleine Satzformulierungen oder Hinweisen hatte ich nicht wirklich das Gefühl im alten Frankreich zu sein. Die Geschichte hätte sich auch in unserer heutigen Zeit ereignen können. Alle diese Aspekte ließen bei mir wahrlich keine Lesefreude aufkommen, im Gegenteil: ich war wirklich sehr froh als die letzte Seite gelesen war und ich das Kapitel beenden konnte.
Schade eigentlich. Ich bin mir sicher: wem die Figuren zu sagen, der wird sicherlich seine Freude an diesem Engelsroman haben, meins war es leider so gar nicht.
Leider wird irgendwie nicht ganz klar, ob es sich hierbei um ein Stand-Alone-Buch handelt, oder um einen Auftakt zu einer Reihe. Es liest sich jedenfalls so als könnte danach auch schluss sein, aber auch so, als könnte die Geschichte weiter gehen. Nun ja, ich werde auch wenn es einen zweiten Teil dazu geben sollte, wohl nicht mit von der Partie sein.

Kommentare:

  1. Wie schön, dass hinsichtlich dieses Buches endlich mal jemand meiner Meinung ist! Ich habe zwar einen Punkt mehr vergeben, das aber auch nur, weil ich Fédéric ein wenig mehr mochte. Als noch nerviger als Julie empfand ich übrigens Ruben - immer wieder vertraut er den falschen Leuten und lernt einfach nicht dazu, das hat mich wahnsinnig gemacht -.-
    Ich werde die [eventuelle] Reihe auch nicht weiter verfolgen!

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    1. HIhi, ich kenne das wenn man sich mit seiner Leseminung immer ganz allein auf weiter Flur fühlt! Leider war das Buch aber so gar nicht meins :( Habe mich stellenweise wirklich sehr gequält. :( Schön das es dir ebenso ergangen ist. Aber Songe war toll, gell?

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  2. Oha, das hört sich jetzt nicht unbedingt nach Lesespaß an. Also ich komme sonst eigentlich mit unsympathischen Charakteren klar, wenn sie denn nicht geballt in EINEM Roman auftreten und ich die schlechten Seiten auch irgendwie nachvollziehen/ihnen etwas abgewinnen kann. Scheint hier wohl eher nicht der Fall zu sein. SCHADE! Zum Glück hat das Buch mein Interesse bisher eher minimal geweckt und somit vertraue ich da mal ganz auf dich + die Sonne und lasse mir dieses "engelsgleiche Vergnügen" wohl einfach mal entgehen. Danke für die inforeiche wie ehrliche Rezi!

    LG, Reni

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    1. Hallo Reni :)

      Ich glaube das schlimmste an diesem Roman für mich war die Langeweile die mich anheimfiel beim Lesen. Ich hatte nicht wirklich Lust weiter zu lesen. Auf einmal war alles andere interessanter als lesen- das ist für mich eigentlich immer ein schlechtes Zeichen bei einem Buch. War wirklich nicht so prickelnd. Vielen anderen gefällt dieser Roman jedoch. Wobei schon einige andere auch auf die unglücklich skizzierten Charaktere hingewiesen haben.

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  3. Mir gefiel das Buch richtig gut, auch, wenn es wirklich ein Kinder und kein Jugendbuch ist, allein wegen der jungen Figuren! Ich kann deine Kritikpunkte aber trotzdem verstehen, ab und an, war ich auch wirklich in einem Lesetief bei dem Buch, weil es so gewöhnungsbedürftig war ;)

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    1. Na wie gut, dass Geschmäcker verschieden sind! :) Wusste gar nicht, dass es sich hierbei eher um ein Kinderbuch handelt. Im Bezug auf die "Gewaltszenen" fände ich das nicht ganz Kinder gerecht...aber na ja :) Und weiß denn nun jemand, ob es zu diesem Buch eine Fortsetzung geben soll?

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