Letzten Sonntag war es endlich so weit. Ewig lang habe ich darauf hin gefiebert und sogar mein Freund hat sich schon darauf gefreut, immerhin hat er damals die Panem-Trilogie ebenfalls geschmökert. Zusammen haben wir uns also einen schönen Nachmittag gemacht und sind ins Kino unseres Vertrauens gewandelt. Na ja, was heißt Vertrauen- es ist das Einzige in der Umgebung. Aber egal. Die Karten waren gekauft- schön auf Studentenrabatt, der ein oder andere Snack wurde geordert und es ging in den dunklen Kinosaal. Was wir dann zu sehen bekamen, hat uns doch außerordentlich überrascht, denn ich muss vielleicht vorweg sagen, dass ich mit den Worten "Oh nein, den Film musst du dir nicht wirklich ansehen, du wirst enttäuscht werden" ins Kino gegangen bin.
Die Tribute von Panem/
The Hunger Games
2012
Regie
Gary Ross
Schauspieler
Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Elizabeth Banks, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Stanley Tucci, Isabelle Fuhrman, Amandla Stenberg, Donald Sutherland, Willow Shields, Alexander Ludwig, Toby Jones, Lenny Kravitz und Wes Bentley
http://www.tributevonpanem.de/
Inhalt:
In einem Nordamerika der fernen Zukunft regiert das Kapitol mit eiserner Hand. Die meisten Menschen in den unterjochten zwölf Distrikten kämpfen tagtäglich ums Überleben. So auch die sechzehnjährige Katniss. Sie sorgt dafür, dass ihre kleine Schwester Prim und ihre Mutter nicht verhungern, indem sie unerlaubterweise hinter dem Zaun des Distrikts auf die Jagd geht. Doch der Hunger ist nicht die größte Bedrohung: Jedes Jahr werden die „Hungerspiele” ausgetragen, eine Art Gladiatorenkampf. Aus jedem Distrikt werden dafür ein Mädchen und ein Junge zwischen zwölf und sechzehn Jahren ausgelost. Und dieses Jahr trifft es Prim. Doch Katniss geht für ihre Schwester in den grausamen Kampf, der so lange dauert, bis nur noch einer von den vierundzwanzig „Spielern” am Leben ist. Das ist furchtbar genug, doch zu allem Überfluss ist einer von Katniss’ Gegnern ausgerechnet Peeta, der ihr schon einmal das Leben gerettet hat ...
Rezension
Ok, zum Inhalt muss ich an dieser Stelle wohl kaum etwas sagen. Ich denke wirklich jeder (bzw die Mehrheit) haben die Bücher dazu gelesen. Und an dieser Stelle setzt schon mein erster Pluspunkt ein. Ich war wirklich überrascht und sehr erfreut, dass sich das Drehbuch wirklich sehr nah am Roman orientiert hatte. Es gibt nichts schlimmeres als Drehbuchautoren die zusätzlich immer mehr Handlungen erfinden (so ergeht es mir gerade bei True Blood- langsam werden die Staffeln lächerlich, aber ok, das gehört hier nicht her).
| Katniss wie wir sie kennen und lieben! |
Ich muss auch sagen, das ich die Figuren, die Katniss und Peeta gespielt haben nun im Nachhinein gar nicht so schlecht finde. Den einem mag Katniss etwas zu pausbäckig erscheinen, etwas unpassend für den Umstand das sie aus einen ärmlichen Distrikt kommt, aber mich hat das nicht gestört. Ich fand die Interpretation der Katniss jedenfalls sehr gelungen und authentisch.
Peeta fand ich zudem auch ganz niedlich. Machen wir uns nichts vor, er ist wirklich der liebe Junge von nebenan und genauso kommt er rüber. Einzig allein Gale hat mich etwas gestört. Der Schauspieler schaute in einigen Szenen einfach zu dümmlich, aber das fiel nicht weiter auf, er hatte ja wirklich kaum etwas zu sagen. Meine Antipathie für Gale kann jedoch auch von den Büchern her kommen, da fand ich ihn schon belastend.
Die Kapitolszenen fand ich sehr gut rüber gebracht. Bei der "Einfahrszene" der einzelnen Tribute hatte ich eine Gänsehaut, muss an dieser Stelle jedoch auch sagen, dass die Gesellschaftskritik am Kapitol etwas zu kurz kam. Aber nun gut, irgendwo muss man ja Abstriche machen, wenn man versucht ein ganzes Buch zu verfilmen und in einen Film zu quetschen.
Der einzige Aspekt der mich zunächst massiv gestört hatte, war zweifelos die Kameraführung. Mir wurde am Anfang teilweise richtiggehend schlecht und ich war froh in der letzten Reihe zu sitzen. Zu hektisch waren die Szenenwechsel, man hatte das Gefühl man betrachtet den Film durch die eigene Kamera. Ich vermute mal man hatte hier dynamisches erzeugen wollen. Eine gehetzte Sichtweise. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass dieser Negativpunkt einzig allein Geschmackssache ist, so fand sie mein Freund wiederrum richtig gelungen. Er bekam dadurch erst das richtige Feeling.
| meine drei "Lieblingsmänner" im Film |
Alles in allem muss ich wirklich sagen, dass ich begeistert war. Ich hätte nie gedacht das mir Lenny Kravitz als Cinna so überzeugen konnte. Auch Woody hat als Haymitch wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich war dann richtig traurig als es schon zu Ende war und kann daher diesem gelungenen Kinobesuch 4,5 Sterne geben. Ich weiß jetzt nicht ob meine positive Meinung wirklich daran lag, dass ich wirklich mit absolut keinen Erwartungen ins Kino gegangen bin. Im Gegenteil, ich hatte das schlimmste befürchtet. Denn als ich im Vorfeld auch noch hörte, sie wollten sich sehr stark auf die Liebesgeschichte zwischen Peeta und Katniss stürzen, hatte ich schon Würgereize. Gott sei Dank war dem nicht so und ich kann diesem Film wirklich weiter empfehlen.
Was mir nur aufgefallen ist. Es scheint eventuell besser zu sein, den Film zu sehen, wenn man die Bücher kennt. Viele negative Rezensionen oder Meinungen zum Film begründen sich auf fehlendes Vorwissen.
Nun denn, ich bin jedenfalls auf eure Meinungen zum Film gespannt! :) Und weils so schön ist, hier nochmal der Trailer:
Ach und ist klar, dass es schon geplant ist Buch 2 und 3 zu verfilmen. Was mich wieder mal genervt hat, war der Hinweis das sie das dritte Buch mal wieder in zwei Kinofilme packen wollen. Sowas nervt :(






