Nachdem ich gelesen habe, dass es sich bei "Tod in Neverland" von Ronald Malfi um einen Horrorroman handelt, musste ich ihn einfach lesen. Ich finde, dass dieses Genre recht klein ist, im Vergleich zu Thriller und Fantasy. Und da ich mich ab und an gerne fürchte und ich bis dato von Herrn Malfi noch nie etwas gelesen habe, fing ich also an zu lesen und wurde von ihm mit nach Neverland genommen. Und bevor ihr gleich meine Urlaubsberichte von Neverland hört, folgt noch kurz ein kleines Autorenprofil.
Ronald Malfi wurde 1977 in Brooklyn, New York geboren. Später zog er mit seiner Familie nach Maryland um, wo er den Großteil seiner Kindheit an der Chesapeake Bay verbrachte. Schon früh entwickelte er Interesse an Kunst und gilt auch als kompetenter Musiker. 1999 schloss er sein Englisch- Studium an der Towson University ab. Einige Jahre lang war er Frontmann der Alternative- Rock- Band Nellie Blide. Als Schriftsteller ist Malfi bekannt für seinen subtilen, literarischen Stil und einprägsame Charaktere, wodurch er auch bei Lesern anspruchsvoller Literatur großen Anklang findet. [Quelle: Umschlagtext]
Solltest du nun nach dem Bild von Ronald Malfi total angetan sein (was ich verstehen könnte), dann besuche doch noch seine offizielle Webseite! ENTER!
Tod in Neverland
Ronald Malfi
(509 Seiten)
16,95 €
ISBN: 978-3800095377
Inhalt:
Kelly Rich, die sich vor langer Zeit von ihrer Familie abgewandt hat, ist gezwungen, nach Hause zurückzukehren, als ihre Schwester in einen mysteriösen Unfall verwickelt wird. Nachdem sie jahrelang die Ereignisse unterdrückt hat, die sie zur Flucht bewogen, muss sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit lüften, um ihre Schwester zu retten. Aber in der unheimlichen Ortschaft Spires, ihrer einstigen Heimat, in der kalte Herzen herrschen und im Wald tödliche Geheimnisse lauern, ist nichts, wie es scheint. Kelly wird in die Traumwelt ihrer Kindheit gestürzt und muss sich ihrer Rolle in den Tragödien stellen, die ihre Familie heimsuchen ...
Rezension
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| engl. Buchcover |
Modernes Schauermärchen
Der Autor beschreibt selbst seinen Roman als ein modernes Märchen. Kelly Rich scheint in ihrer Kindheit etwas Schreckliches erlebt zu haben, denn sie hat sich von ihrer Familie abgewendet, alle Erinnerungen verdrängt und versucht sich ein eigenes Leben in New York aufzubauen. Als sie aber einen Anruf erhält, in dem man ihr mitteilte das ihre kleine Schwester Becky angegriffen wurde und seitdem im Koma liegt, reist sie zurück in ihre zutiefst verhasste Heimat. Schnell findet sie heraus, dass sie, wenn sie ihrer Schwester helfen will, sie sich erinnern muss, was damals geschah. So verschmelzen Realität und grausame Fantasie.
Dem Autor gelingt es meisterhaft den Leser im Verlauf seines Romans in die Geschichte zu verstricken. Einmal angefangen, verliert man schnell das Gefühl für die Zeit und ein Schauer nach dem anderen läuft den Rücken herunter. Ich habe mich mehrmals dabei ertappt, dass ich das Buch spät abends aus der Hand legen musste, weil ich mich zu sehr gefürchtet habe weiter zu lesen und Angst hatte womöglich noch davon zu träumen. Die Figuren sind recht vielfältig und entwickeln sich im Verlauf des Buches auch weiter. Da wäre zum einen Kelly höchst selbst. Sie versucht ihre Erinnerungen wieder zu finden und reift dabei selbst und wird immer mutiger. Ich finde es sehr gelungen wie der Autor im Verlauf der Geschichte Kindheitserinnerungen von Kelly eingewoben hat. Josh, ihr treuer Arbeitskollege, der immer mehr für sie empfindet und selbst mit einem schweren Schicksalsschlag zu hadern hat. Zum anderen wäre da noch die alte Nelly. Für mich in dem Roman wohl eine der interessantesten Figuren. Sie hat eine besondere Gabe und ist dadurch vielleicht in der Lage Kelly zu helfen. Des Weiteren ist da noch der Arzt der sie behandelt hat- Dr. Mendes, der fast den Verstand verliert, weil Nelly ihm orakelt hat, dass seine schwangere Frau das Kind tot zur Welt bringen wird. Herr Malfi erzählt die Handlungsstränge dieser einzelnen Personen parallel und fügt sie zum Schluss zu einem großen Ganzen zusammen. Das steigert natürlich die Spannung immer mehr und geht zum Ende hin fast schon zum "Poltergeist"-Feeling über. Tod in Neverland ist in meinen Augen ein richtiges Horrorbuch. Teilweise waren mir einige Passagen zu ekelerregend und der Anfang des Buches etwas zu holprig. Ich brauchte erst einige Zeit um mich mit der Sprache des Autors zu Recht zu finden. Fest steht jedenfalls, dass man sich auf dieses Buch einlassen muss. Wer nicht gerne Horror liest, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer aber gerne sich ab und an das Fürchten lehren möchte und einen sehr spannenden Plot lesen möchte, ist mit Tod in Neverland sehr gut beraten. 4 Bücherstapel daher für dieses schaurig-schöne Poltergeist-Märchen.
Da ich recht selten Buchrezensionen von und zu Horrorromanen auf anderen Blogs lese, wollte ich euch generell mal fragen, wie ihr zu diesem Genre steht? Lest ihr es auch ab und an? Seid ihr danach total süchtig, oder könnt ihr damit so rein gar nichts anfangen?
Ich für meinen Teil, weiß einen guten Horrorroman sehr zu schätzen und kam bei Tod in Neverland auch ganz auf meine Kosten!